Deine Abnehmgeschichte - Gastblogeintrag #6


Ich heiße Marianne und bin im letzten November 60 Jahre alt geworden. Figurprobleme hatte ich schon immer, hab es aber bis zum Jahr 1986 geschafft, bei 1,62 m zeitweise unter 60 Kilo zu wiegen.Da fand ich mich aber immer noch zu dick. Wenn ich heute meine Tochter sehe, die Größe und Gewicht von damals hat, dann denke ich immer, wie doof ich war und wie viel Lebenszeit ich durch diese unnötigen Sorgen vertan habe. Dann würde ich schwanger und hab 1987 und 1988 jeweils eine Tochter bekommen. Ums Gewicht hab ich mir zwar da immer noch Sorgen gemacht, es aber trotz diverser Diät Aktionen, teils gewollt, teils durch eine komplizierte Unterleibsoperation, nie wieder wirklich geschafft, dauerhaft abzunehmen. Im Jahr 2013 war ich dann bei Konfektionsgröße 54/56 angekommen und traute mich nicht mehr auf die Waage. Alles fiel mir schwer, ich traute mir keine Flugreisen mehr zu, weil ich nicht mehr in die Sitze und Gurte passte. Und da dachte ich dann, dass ich so nicht alt werden wollte.

Meine Töchter hatten kurz vorher mit dem WW ProPoints Plan jeweils ein paar Kilo abgenommen und schwärmten immer so davon. Da dachte ich halt, dass es einen Versuch wert wäre. Ich hab mich dann für das Online Programm angemeldet und losgelegt.
Das System war für mich ideal, weil es einmal die Flatrates für Nudeln, Reis, Kartoffeln gab und Obst und Gemüse bei den Punkten nicht zählte.Ende Januar war ich bei 130 Kilo gestartet, im Sommer 2013 war ich dann bei 110 Kilo, im Februar 2014 bei 95. im Laufe dieser Ernährungsumstellung habe ich gemerkt, dass ich lieber Gemüse als Fleisch esse und bin so fast völlig auf fleischlos umgestiegen. Das fiel auch garnicht schwer.

Das Jahr 2014 war geprägt, durch etliche Feiern, Feste usw., von daher bin ich momentan froh, dass ich jetzt "nur" 93 Kilo wiege, Größe 46/48 trage, jedenfalls nichts zugenommen habe. Ich würde aber gerne noch ein bisschen abspecken, so unter 80 Kilo fänd ich gut. Allerdings bin ich ein Couch-Potatoe und hab ne böse Bänderschwäche in einem Fuß, so richtig Sport geht eh nicht mehr. 

Meine Hobbys sind im Winter zum Eishockey gehen und im Sommer mein Garten und mit meinem Mann Cabrio fahren, allerdings wollen wir auch wieder mehr Fahrrad fahren, hoffen wir mal, dass das klappt. 

Das schönste neben dem gesundheitlichen Aspekt war für mich, der Klamotteneinauf. Ich liebe es, Kleidung zu kaufen. Auch mit Größe 56 hatte ich nie Probleme, schöne Sachen zu kaufen, die Große-Größen-Marken sind aber erstens ziemlich teuer und zweitens ist es doch immer ein bisschen mit Frust verbunden gewesen, weil halt alles doch nicht so schön sitzt, wie man das gern hätte. Die Sachen in den großen Größen habe ich entweder bei eBay oder bei Kleiderkreisel verkauft. Oft haben mich dann die Käuferinnen gefragt, wie ich es geschafft habe, abzunehmen. Jeder erwartet da dann, glaub ich irgendeine Wundermethode. Aber das war es ja nicht, "lediglich" Disziplin, aber das ist ja die schwerste Methode. Jedenfalls habe ich meine neuen Sachen dann auch überwiegend bei Kleiderkreisel gekauft und über Verkauf und Kauf dort sehr nette Frauen kennengelernt mit denen ich in Kontakt geblieben bin. Ich habe jetzt einen ganz anderen Kleidungsstil und genieße das auch sehr. Nicht nur meine Kleidergröße hat sich geändert, auch meine Schuhe waren plötzlich fast alle zu groß. Von Größe 40/41 auf 38/39. 

Die beste Disziplin kann ich an den Tag legen, wenn ich arbeite. Dann sind die Zeiten wann ich was esse und auch was ich esse am besten zu planen. Abends koche ich für mich und meinen Mann, wobei seine Portionen ggf. ein bisschen angereichert werden, bzw. er kriegt Fleisch und Sauce, ich nicht. Aber Gottseidank war er da immer flexibel. Mein Mann war immer schlank und hält sein Gewicht, auch wenn er mal z.B. im Urlaub mehr isst und trinkt, irgendwelche Einschränkungen muss er sich so nicht antun. Obwohl er gern isst und es ihm auch wichtig ist, was er isst, ist er nicht so drauf fixiert, wie ich. Er isst, wenn er hungrig ist, wenn er satt ist, hört er auf. Und wenn es bedeutet, dass er eine halbe Kartoffel auf dem Teller lässt. Ich wiederum habe das Gefühl, dass ich entweder was essen möchte, oder mir schlecht ist, weil ich zuviel in mich reingestopft habe. Das dicke Kind, was Trost sucht und für das Essen mehr ist, als Nahrung für den Körper. 

Ich werde immer auf mein Gewicht achten müssen. Natürlich wiege ich auch jetzt immer noch zu viel. In den Weightwatcher Erfolgsgeschichten starten die Meisten ja ihre Abnehm Aktion mit einem niedrigeren Gewicht, als ich es jetzt habe. Aber das demotiviert mich nicht, ich versuche, einfach dabei zu bleiben und wenn ich eben in einem Jahr nur 5 Kilo abgenommen habe, dann ist das für mich auch o.k. Urlaub und besondere Feste sind immer ein kleiner Rückschritt den ich mir aber zugestehe. Ich kehre aber danach zu meinen Routinen zurück und nehme auf jeden Fall das wieder ab, was ich zugelegt habe. Das ist eine Strategie der kleinen Schritte, hilft mir aber nicht den Mut zu verlieren. 

Ich kann nur jeden ermutigen, es mit dieser sanften Methode zu versuchen. Ich habe einige Kollegen, die mit extremen Diäten oder Wunderkuren in kurzer Zeit sehr viel abgenommen haben und anschließend auch wieder zugenommen haben, weil sie es nicht geschafft haben, dauerhaft ihren Ernährungsstil zu ändern. Das soll mir nicht passieren, dafür bin ich zu alt, ich möchte, die mir noch bleibende Lebenszeit nicht damit vergeuden, Frust zu schieben.

Das ist ja eh das Allerschlimmste - der Frust, dass man es nicht schafft. Ab einer bestimmten Grenze kommt dann hinzu, dass man denkt, dass jetzt eh alles egal ist. 

Meine Tochter und ich (Herbst 2014)
Eine sehr liebe Mail-Freundin, die ich über Kleiderkreisel kennen lernte, versucht nun, dass ihre Krankenkasse ihr eine Magenband-OP genehmigt. Ich kann die Verzweiflung in ihr nachvollziehen, versuche aber trotzdem ihr davon abzuraten. Es löst nicht die seelischen Probleme und wird vielleicht auch keine dauerhafte Abnahme bewirken. 

Ich höre jetzt erstmal auf, mein Schlusswort wäre, seid mutig, traut euch.

Liebe Grüße, Marianne 

Kommentare:

  1. MENSCH MARIANNE, was bist Du jetzt für eine flotte Biene geworden, herzlichen Glückwunsch!! ICH selbst werde Ende 2017 sechzig Jahre alt und bis dahin möchte ich auch keine dicke Hummel mehr sein. Mein Ziel ist es, in 3 Jahren mindestens 40 Kilo abzunehmen, 13 habe ich schon geschafft. Trage zur Zeit Größe 58/60. Weiterhin alles Gute wünscht dir Waltraud

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  2. Vielen Dank für den super Artike Marianne und Respekt vor deiner Leistung!

    Ich finde, das ist ein super Beispiel dafür, das gute, eigene Ziele viel Positives im Leben bewirken können.

    Mir hat es außerdem immer sehr geholfen, wenn ich mir meine Beweggründe zu meinen Zielen aufgeschrieben habe: Warum möchte ich eigentlich 80kg wiegen? Warum möchte ich eigentlich schlanker sein? Die ehrlichen Antworten auf diese Fragen waren meine Motivation, um auch an den schwierigen Tagen durchzuhalten.

    Beste Grüße aus Hannover

    Jan
    www.goalmate.de

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