Aller Anfang ist leicht ...




Heute Morgen kam ich ins Gespräch mit einer Arbeitskollegin über das Thema Abnehmen. Oft hat sie mir schon erzählt, das sie doch so gerne einige Kilos weniger wiegen möchte, aber es irgendwie nicht schafft. Mal ist es, weil die Alltagsgewohnheiten die Thematik immer wieder in den Hintergrund rücken. Mal ist es der Druck der von außen kommt, wenn sie (z.B von ihrem Partner) auf ihr Gewicht oder Essgewohnheiten hingewiesen wird und sich dadurch noch mehr Druck aufbaut oder es fehlt an Zeit / Lust oder zumindest einem Sportpartner, der sie zu mehr Bewegung motivieren könnte .. 

Besagte Kollegin und ich sehen uns nicht regelmäßig. Oft liegen einige Wochen dazwischen, weil jeder in einem anderen Bereich arbeitet, Urlaub  hat oder es eben andere Gründe gibt. Und doch spielt sich unser aufeinandertreffen immer gleich ab: Sie sieht mich und sagt dann immer " Du hast ja schon wieder abgenommen! Bei mir hat sich nach wie vor nichts geändert". Und ich entgegne ihr seit einem Jahr, das ich eigentlich gerade mein Gewicht halte. Daraufhin äußert sie  "Wie hast Du das mit dem abnehmen gemacht? Ich bekomm es einfach nicht hin" und zählt mir anschließend die Gründe dafür auf. Und für jedes Argument, welches ich dann - bezogen aus meinem persönlichen "Abnehmweg" und ihrer Frage nach dem Wie - entgegne, fällt ihr dann immer ein Gegenargument ein, wieso sie dies und jenes nicht im Alltag umsetzen kann.

Schlussendlich trennen sich dann unsere Wege immer mit dem gleichen Ausgang, nämlich der relativ einfachen Erkentnis, das 1000 mal drüber quatschen nichts hilft, sondern man es tun muss. Am besten ab sofort und nicht erst ab morgen.

Das ganze wiederholt sich seit ca. 2 Jahren und würde sich mit Sicherheit auch die nächsten 20 Jahre so ereignen, wenn .. 

.. man nicht beginnt, es einfach zu wagen. Ich weiß, es klingt abgedroschen und spricht sich so einfach aus, wenn man selbst schon abgenommen hat. Aber ich selbst war ja jahrelang (genauer gesagt die ersten 28 Jahre meines Lebens) genau von dieser Denkweise betroffen. Der Wunsch war zwar immer vorhanden, aber die Umsetzung scheiterte an vielen Gründen, festgefahrenen Denkabläufen oder auch an der Lust am Essen.

Und dann habe ich begonnen. Von einem Tag auf den anderen. Ich hatte mir keine Gedanken gemacht, über das "Wie ich es machen soll", "In welchem Zeitraum" oder "Mit welchem Ziel". Ich habe einfach begonnen. Jeden Tag aufs neue. Am Anfang mit kleineren Umstellungen bezüglich meinem Einkaufsverhalten und kurzen Walkingeinheiten an der frischen Luft. Mit 50 Kilo mehr an meinem Körper, war ich - gerade in den ersten Wochen - nach wenigen Minuten sprichwörtlichlich außer Puste. Und doch habe ich weitergemacht, weil ich wusste das es keinen anderen Weg für mich gibt. Mir war klar, das viele liebe Menschen mir zwar ein leichteres Leben gegönnt hätten, aber abnehmen musste ich schlussendlich ganz für mich allein.

Das Abnehmen kann Dir keiner abnehmen.

Und je mehr ich begann an meinem Vorhaben dran zu bleiben, umso größer waren die Erkentnisse. Über mein Leben, meine "Beziehung" zu Nahrung, über emotionale Denkweisen die ebenfalls oft an Essen angeknüpft waren usw. Die Liste lässt sich noch um viele weitere Punkte fortsetzen.

Mit jedem Kilo weniger fühlte sich mein Leben und mein Körper nicht nur leichter an, sondern ich fühlte mich befreit. Frei von der Abhängigkeit an übermäßigem Essen, frei von Erwartungen die von außen bezüglich meinem Gewicht an mich gestellt wurden, frei von Gefühlen es immer jedem und allem "Recht machen zu müssen" nur damit man nicht (noch) mehr negativ auffällt, frei weil es sich einfach gut anfühlte.

Auch bei mir kam keine pummelige Fee, die ihren Wunschstab 3mal im Kreis drehte und sagte " Ich möchte meine Kilos behalten aber Dir zaubere ich sie mal eben husch husch weg". Das gab es nicht. Und das ist auch gut so. Ich weiß, das ich mit Sicherheit nicht an dem Punkt wäre, an dem ich jetzt bin. Gefestigt in meiner Meinung, meinen Ansichten, meinem Vorhaben mehr auf mich zu achten. Wären die 50 Kilo mal eben "einfach so" verschwunden, hätte ich keine Zeit gehabt um mich von Phase zu Phase weiter zu entwickeln. Womöglich wäre ich dann immer noch abhängig von allen möglichen Emotionen und deren Auswirkungen auf mein Essverhalten. Aber so habe ich einfach begonnen, habe Schritt für Schritt viel dazu gelernt, führte dann irgendwann mal ein leichteres Leben und fühlte mich insgesamt - von meinem Kopf und Körper her - um ein vielfaches freier als noch vor einigen Jahren.

Meist ist es ja so, das es - sofern es einem selbst gut geht und man diese positive Art nach außen strahlt - das Umfeld sich anpasst. Ganz automatisch. Und man profitiert gegenseitig voneinander, geht vielleicht entspannter miteinander um, erfreut sich an den kleinen Dingen des Lebens und hat nicht ständig das Gefühl, auf der Suche nach dem Sinn des Lebens zu sein.

Es gibt viele Gründe, sein Leben also leichter zu leben. Und damit meine ich nicht nur das Gewicht. Das ist nur ein Teil davon, nur eine oberflächliche Angelegenheit, die das wahre, "schöne" im Inneren verdeckt.

Aller Anfang ist leicht. Also lächle und Deine Abnahme wird Dir gelingen ♥

Kommentare:

  1. "Und dann habe ich begonnen. Von einem Tag auf den anderen.

    Mir war klar, das viele liebe Menschen mir zwar ein leichteres Leben gegönnt hätten, aber abnehmen musste ich schlussendlich ganz für mich allein.

    Das Abnehmen kann Dir keiner abnehmen."

    Gut geschrieben, danke!
    So viele Dinge stehen wieder in deinem Bericht, die ich auch so emfpinde!

    LG Sandra

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  2. Wunderbar... es ist so toll, wie du abgenommen hast und wie gut du jetzt aussiehst, nein quatsch, du warst schon immer hübsch aber du siehst jetzt noch besser aus <3 ich muss auch mindestens dreissig kilo abnehmen, habe leider schon wieder 10 kilo zugenommen und es geht mir schlecht, aber ich habe noch nicht die kraft und im kopf stimmt es noch nicht... aber solche menschen wie du machen mir auch mut, danke dafür.

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  3. Na ja, die meisten Leute würden gerne weniger wiegen, ohne ihr Verhalten zu ändern. Einfach essen können, was immer man möchte, wann immer man möchte... ich beobachte jeden Tag mit leichtem Neid die (stillende) Kollegin, die sich drei große Stücke Butterkuchen als Snack einverleibt, um nicht noch weiter abzunehmen. (Ha, aber wenn dereinst die Hungersnot kommt, werde ich sie überleben!)

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  4. Ich lese Deine Berichte immer sehr gern, aber dieser ist besonders toll. Ich finde auch einige Aussagen wieder, die bei mir zutreffen.
    Ich habe auch sehr, sehr lange gebraucht, hab auch jetzt immer wieder Durchänger, aber es beweist sich immer wieder - man muß einfach dranbleiben und sich auch immer wieder motivieren lassen - wie zum Beispiel durch so einen wunderschönen Bericht :-)
    LG Maxi

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  5. Du bist so schön und hast sooo toll abgenommen! Ich kann jedes WOrt von dir nachvollziehen, bei mir sind es nun - 17 kg und es passierte auch von einem Tag auf den anderen! Vorher fand ich viele ausreden, und dann, dann hab ichs einfach gemacht! :)
    Ich hab vor kurzem auch ein tolles Zitat gelesen:
    Wer etwas wirklich will findet Wege, wer etwas nicht genug will findet Gründe :)

    LG

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  6. Wow, Hut ab, toll geschrieben! Ich finde deine Einstellung super.

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  7. Ein toller Bericht, Jessi!
    Ganz wichtig finde ich auch folgendes, von Dir geschrieben:"....Wären die 50 Kilo mal eben "einfach so" verschwunden, hätte ich keine Zeit gehabt um mich von Phase zu Phase weiter zu entwickeln. Womöglich wäre ich dann immer noch abhängig von allen möglichen Emotionen und deren Auswirkungen auf mein Essverhalten."
    Sich mit der Abnahme, mit sich selbst, mit der körperlichen und seelischen Veränderung, mit allem, was dazu gehört, ernsthaft auseinanderzusetzen; damit bleibt auch das Wohlfühlgewicht und das gute neugewonnene Lebensgefühl. Mit Leichtigkeit in allen Beriechen durchs Leben gehen....Denken wir einfach daran: Wir haben nur das Eine - wer weiß, wie lange?
    Liebe Grüße,
    Annette Nordsee (Facebook)

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  8. Ich bin beeindruckt von deinem Weg und deinem Durchhaltevermögen. Ich möchte auch gerne ein paar Kilos verlieren. Ich merke es an einigen Hosen, die kneifen. Ich möchte, dass sie wieder passen. Ich fange klein an: erst mal weniger Süßes (Frust!!!!!!!!!!!!) und ein bisschen mehr Bewegung (z.B. Fahrrad fahren, was ich mit meinem Partner machen kann). Ich hoffe, dass ich bald mal was merke.
    Dir noch weiterhin viel Erfolg!

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  9. Ich denke, viele von denen, die abnehmen möchten, finden sich in deiner Kollegin wieder. Im Grunde ist es so, dass wahrscheinlich deine Kollegin genau weiß, dass alle Ausreden sie nicht weiterbringen werden. Es ist nicht das "Wissen", das eine da weiterbringt, sondern das Entschlossensein, das ist wahrscheinlich das, was viele als "Klick" beschreiben. Der Klick muss eben von innen kommen und unabhängig sein von Sportpartnern und den Umständen.

    Liebe Grüße, und danke für den tollen Text!
    Asa

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  10. Ich finde immer, dass aller Anfang schwer ist.
    Irgendwann wird es leichter.. Man muss sich nur erstmal dran gewöhnt haben. ;)
    Auf den Klick kann man da lange warten. ;)
    Schön von dir geschrieben.
    Lieben Gruß
    Jen

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